Geschichte der SPD Rhein-Neckar

Anlässlich von 150 Jahren SPD und 40 Jahren SPD Rhein-Neckar haben wir 2013 historisch gearbeitet und alte Texte ausgegraben. Diese Seite wird nach und nach mit Inhalten gefüllt und ist vermutlich niemals vollendet.

  • Kreisvorsitzende der SPD Rhein-Neckar und ihrer Vorgängerinnen

    Kreisverband Sinsheim:

    Fritz Pipo (1960 bis 1972)

    Kreisverband Heidelberg-Land:

    XYZ

    Kreisverband Mannheim-Land:

    Georg Kohler

    Gründung des SPD-Kreisverbandes Rhein-Neckar:

    27. Januar 1973

    Vorsitzende der SPD Rhein-Neckar:

    Gert Weisskirchen (1973 bis 1991)

    Claus Foerster (1991 bis 1995)

    Holger Heim (1995 bis 1997)

    Hans-Jürgen Moos (1997 bis 3.11.2001)

    Lars Castellucci (1.12.2001 bis 2.4.2009)

    Thomas Funk (seit 20.6.2009)

  • Das Gründungsprotokoll
  • Grußwort von Thomas Funk zu 40 Jahre SPD Rhein-Neckar

    Das Jahr 2013 lenkt unseren Blick auf die über 150-jährige Geschichte der SPD, die neben schmerzlichen Erfahrungen vor allem viele Erfolge aufzuweisen hat. Wann immer es um Frieden, Chancengleichheit und sozialen Aufstieg ging, haben Sozialdemokraten nachhaltige Beiträge geleistet. Und wann immer sie Regierungsverantwortung trugen, orientierten sie sich am Kompass unserer Grundwerte „Freiheit – Gerechtigkeit – Solidarität“. Darauf dürfen wir stolz sein.

    Im Südwesten Deutschlands hatte es die Sozialdemokratie nie leicht, Fuß zu fassen. Und selbst heute sind wir – von wenigen Hochburgen abgesehen – strukturell im ‚Ländle‘ selten mehrheitsfähig. Gleichwohl gingen von hier stets wichtige Impulse für die nationale Politik aus – und das schon lange vor der Gründung 1863. Denn viele süddeutsche Repräsentanten des politischen Vormärz 1848 haben sich bereits als „sociale Democraten“ begriffen und für Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität gestritten. Wahl- und Sozialreformen wurden durch eine pragmatische Koalitions- und Reformpolitik hier deutlich früher durchgesetzt als anderswo. Und die Versöhnung von Ökonomie und Ökologie formulierte die Südwest-SPD als erste – übrigens lange vor den Grünen.

    Der Zufall will es, dass wir im Jubiläumsjahr 2013 auch „40 Jahre SPD Rhein-Neckar“ feiern können. Im Spätjahr 1972 verständigten sich die vormaligen SPD-Verbände „Heidelberg-Land“, „Mannheim-Land“ und „Sinsheim“, entsprechend der von SPD-Innenminister Walter Krause umgesetzten Verwaltungs- und Gebietsreform zu fusionieren. Dieser am 27. Januar 1973 in Brühl-Rohrhof nach vielstündigem Ringen entstandene Kreisverband „Rhein-Neckar“ ist noch heute der mitgliederstärkste in Baden-Württemberg und trägt überproportional zum Stimmenergebnis der Südwest-SPD bei.

    Viele haben dazu beigetragen: Nicht nur die diversen SPD-Kreisvorstände unter meinen Vorgängern Gert Weisskirchen (1973-91), Claus Foerster (1991-95), Holger Heim (1995-97), Hans Jürgen Moos (1997-01) und Lars Castellucci (2001-09). Natürlich auch unsere zahlreichen Verantwortungsträger in Parlamenten und kommunalen Gremien. Am allermeisten aber die zahlreichen engagierten Mitglieder in unseren Ortsvereinen und Arbeitsgemeinschaften. Sie leisten die unverzichtbare Basisarbeit, die Wahlerfolge – wie demnächst im September – erst ermöglicht.

    Ihnen allen gilt unser besonderer Dank und Wertschätzung, die auf unserer Jubiläumsveranstaltung in Edingen-Neckarhausen sichtbar werden soll. Schon jetzt danke ich dem Vorbereitungsteam mit Renate Schmidt und Andrea Schröder-Ritzrau sowie Christian Soeder für die Erstellung dieses Jubiläumsblatts.

    Mit meinem Dank verbindet sich die Hoffnung, dass dieses Jubiläum dazu anregen möge, unser aktuelles Engagement, unsere politischen Programme und Ziele immer wieder neu in Beziehung zu setzen zu dem, wofür Generationen von Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten vor uns gekämpft haben und wofür sie nicht selten große Risiken und Gefahren eingegangen sind. Das Wissen darum gibt unserem Einsatz zusätzliche Legitimation und uns selber neue Kraft.

  • Rückschau 2009-2011 von Lars Castellucci

    Die Jahre von 2001 bis 2005 waren zunächst stark geprägt von der Regierungsarbeit in Berlin. Entscheidungen wie das Nein zum Irak-Krieg, das Ganztagsschulprogramm und der Atomausstieg wurden auch im Kreisverband sehr positiv aufgenommen.

    Insbesondere in der Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik gingen die Meinungen aber weit auseinander. Manches galt im Grundsatz als richtig, etwa die Zusammenführung von Arbeitslosen- und Sozialhilfe. Wie es dann aber umgesetzt wurde, führte zu Auseinandersetzungen und auch Unsicherheit, wofür die SPD, die Partei der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, im 21. Jahrhundert steht. Wir haben im Kreisverband deshalb wieder eine intensive inhaltliche Arbeit aufgenommen. Großes Interesse fand die Veranstaltungsreihe Soziale Gerechtigkeit heute. Hier wurden auch Aspekte der späteren Parteireform vorweggenommen, indem wir uns öffneten und Vertreterinnen und Vertretern anderer gesellschaftlicher Gruppen, der Kirchen oder Gewerkschaften, einluden, ihre Erwartungen an die Sozialdemokratie zu formulieren. Mit dem Wahlmanifest 2009, das unter breiter Beteiligung der Mitgliedschaft erarbeitet wurde, haben wir dann ein Programm vorgelegt, mit dem der Kreisverband seine Vorstellungen einer gleichzeitig traditionsbewussten und modernen SPD in die Beratungen zum Regierungsprogramm in Land und Bund einbrachte. Darunter auch Forderungen, die zwischenzeitlich zur Programmatik gehören, wie die abschlagsfreie Rente mit 45 Versicherungsjahren.

    Eine Erkenntnis aus dieser Zeit hat es immer noch schwer: dass 500.000 Mitglieder andere Strukturen brauchen als eine Million und unsere Zeit mit erhöhten Mobilitätsanforderungen und auch neuem Selbstbewusstsein in der Bevölkerung eben auch neue Formen der Parteiarbeit erfordern. Offensichtlich sind die kurzen Wahlperioden und notwendigen Konflikte Gründe dafür, dass solche längerfristig existentiellen Fragen regelmäßig in den Hintergrund geraten. Das gilt natürlich nicht nur für unseren Kreisverband. Die SPD muss nah bei den Menschen sein, vor Ort Gemeinschaft und Solidarität erlebbar machen. Die Wahl zum stellvertretenden Kassenprüfer hilft dabei aber nichts. Besser: nichts mehr, denn die Kritik an heutigen Zuständen ist keine an der Vergangenheit, sondern notwendig mit Blick auf die Zukunft. Das Sinsheimer Modell steht beispielhaft: es gibt nicht weniger, sondern mehr Engagement als früher. Gemeinsame Veranstaltungen haben mehr Wirkung und machen auch mehr Spaß. Und in den Ortsteilen können sich unbeschwert von zuviel Formalien Menschen konkret engagieren. Lieblingsbeispiel: die fröhliche Neugründung eines Ortsvereins in Reihen, der dann aber die Strukturreform mitträgt und heute als Ortsvertretung weiterhin aktiv ist – große klasse! Selbstverständlich gelingt nicht immer alles. Aber wer nicht mit der Zeit geht, geht eben mit der Zeit. Nichtstun ist also keine Alternative.

    In die Jahre 2001-2009 fallen auch ein Aufbruch im Internet mit Hilfe der Websozis und der erste Regionalparteitag in der Metropolregion Rhein-Neckar. Die Zusammenarbeit in der Region hätte es ohne die Impulse und vor allem das Dranbleiben aus dem Kreisverband Rhein-Neckar nicht gegeben. Die Region hat international beste Chancen. Dass alle von ihnen profitieren können, dafür muss die SPD sorgen – wer sonst?

    Manches ist auch unvollendet geblieben und weiterhin aktuell: beispielsweise wie wir die Kompetenzen unserer Mitglieder besser kennenlernen und für die Partei zum Einsatz bringen können.

    Möglich waren all diese Aktivitäten nur, weil wir im Kreisvorstand vorbildlich im Team und mit klarer Teilung von Verantwortung zusammengearbeitet haben. Dafür an dieser Stelle nochmals ein herzlicher Dank.

  • Geburtstagsglückwünsche von Ute Vogt

    Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag lieber Kreisverband Rhein-Neckar!

    Diskussionsfreudig, streitbar und solidarisch – das fällt mir ein, wenn ich an meine Zeit in der SPD Rhein-Neckar denke. Streitbar nach innen und solidarisch, vor allem wenn es darum ging gegenüber Dritten zusammen zu halten. Zu diskutieren gab es immer was und in der Regel auch strittig: Zum Beispiel über die Einführung der Quote, die übrigens vor ihrer bundesweiten Einführung auch vom SPD Landesverband Baden-Württemberg hart bekämpft wurde. Das heftige pro und contra um die Errichtung einer Müllverbrennungsanlage ist mir ebenfalls sehr eindrücklich in Erinnerung geblieben. So wie es überhaupt recht regelmässige Auseinandersetzungen zwischen Kreisverband auf der einen und Kreistagsfraktion auf der anderen Seite gegeben hat. Ging es dagegen um die großen Themen der Außen- und vor allem der Friedenspolitik so war auch der Frieden im Kreisverband sehr schnell hergestellt.

    Denn jenseits der Debatten um die pragmatischen Entscheidungen in der Kommunalpolitik, einte uns eine grundsätzlich linke Positionierung innerhalb der SPD. Gegen Atomkraft, gegen Aufrüstung und Atomwaffen, für den Erhalt des Grundrechts auf Asyl und mehrheitlich bei der Urabstimmung auch für Heidi Wieczorek-Zeul als Parteivorsitzende. Obwohl hier natürlich die Voten der Ortsvereine durchaus unterschiedlich ausfielen. Wer im Kreis Politik machte war außerdem ständig auf Achse. Wenig öffentlicher Nahverkehr, dafür viele große und kleine Orte. Dank der SPD Rhein-Neckar habe ich meine Heimat schon früh weitläufig erkundet.

    Und die Kontakte machten an den Kreisgrenzen keineswegs halt. Unvergessen die vielen interessanten Menschen die, in der Regel auf Einladung unseres damaligen Abgeordneten Gert Weisskirchen, bei uns zu Gast gewesen sind. So durfte ich schon früh Günter Grass live erleben oder Hans-Jürgen Wischnewski einen Vormittag lang betreuen oder auch mal weniger politisch – ein touristisches Programm für politische Gäste aus Osteuropa gestalten. Insgesamt eine schöne Zeit, die mich politisch geprägt hat – der SPD Kreisverband Rhein-Neckar ist und bleibt mir deshalb ein wichtiges Stück politische Heimat. Glück auf!

  • Glückwünsche von Hans-Jürgen Moos

    Die SPD Rhein-Neckar existiert nun als Parteigliederungs-Ebene seit 40 Jahren - trotz aller Unkenrufe nach Abschaffung der heutigen Landkreis-Struktur zugunsten größerer Regionalkreise ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie in 40 Jahren immer noch besteht, zumindest vorhanden. Aber das ist letztlich zweitrangig, denn was sie bisher und künftig ausmacht, sind die in ihr organisierten Menschen mit gleichen (und doch unglaublich unterschiedlichen) Interessen. Und natürlich auch ihre jeweiligen Repräsentanten in der ersten Ortsvereins- und Kreisvorstandsreihe; ich bin stolz, dass ich als Funktionär fast 10 Jahre lang innerhalb der Kreis-SPD Verantwortung tragen durfte, 4 Jahre davon um die Jahrtausendwende gar ihr Vorsitzender war – und fühle mich ihr heute noch als SPD-Kreisrat verbunden.

    Wenngleich ich mich auch an unrühmliche und bei festlichen Anlässen gern ausgeblendete Aspekte bzw. Zeiten im Rückblick erinnere. Missgunst und Unaufrichtigkeit, Seilschaften und Egoismen gibt es leider auch bei uns, da schützt das Prädikat Sozialdemokrat nur bedingt. Ich habe Höhen und Tiefen erlebt in unserem Verband, und wüsste vieles zu erzählen, was in unserer beschleunigungs-versessenen Gegenwart viel zu schnell der Erinnerung entrissen wurde. Doch das führte zu weit.

    Jedenfalls habe ich mich immer als RheiNeckarianer empfunden, was sicherlich auch biographische Ursachen hat. Und so ist das vielleicht einzig Bleibende aus meiner kurzen Zeit an vorderster Front die seit damals geordneten Finanzen und die von mir vorangetriebene Schaffung eines kreisweiten SPD-Mediums eben namens RheiNeckarianer. Andere Dinge wie der Erwerb einer Immobilie, um auch im Landesverband unabhängig zu werden, oder auch der damals begonnene systematische „Sturm“ auf die 54 Rathäuser spielen inzwischen keine Rolle mehr, was ich angesichts dramatisch sinkender Mitgliederzahlen und sich atomisierender, früher fast professioneller Strukturen in der Fläche, doppelt bedaure. Jedoch jede Zeit muss sich ihre Antworten selbst geben, und insofern begleite ich gelassen und wohlgesonnen alles, was auf SPD-Kreisebene so läuft und an löblichen Initiativen ergriffen wird. Schwelgen wir trotz aller Nostalgie nicht im Früher, sondern leisten wir alle unseren individuellen Beitrag; dann, wenn wir gefragt werden!

    Als Mandatsträger und Wahlbeamter auf kommunaler Ebene stehe ich seit jeher zu „meiner“ SPD, egal was es von Landes- und Bundesebene geradezu konjunktur-zyklisch auszuhalten gilt und gibt… ! Insofern wünsche ich als Ex-Funktionär all meinen Nachfolgern auf den unterschiedlichen Verantwortungsebenen alles erdenkliche Glück. Aus meiner Antrittsrede als Kreisvorsitzender von vor gut 15 Jahren sei mir folgendes Eigenzitat erlaubt und nachgesehen: „Ich weiß nicht, ob Ihr den Unterschied kennt zwischen Michael Jackson und einem Politiker. Wenn dem Michael Jackson unvorhergesehen eine Hausstaubmilbe die Nase hochkrabbelt, kann er ein Großkonzert kurzerhand absagen. Wenn ein Politiker von den Leuten, oft auch noch von den eigenen Leuten angegriffen wird, kann er sich nicht einfach so davonstehlen, sondern muss gerade dann da sein. Denn er trägt Verantwortung für Menschen. Ich meine, aus dieser oftmals nicht leichten Pflicht darf man auch eine Art Selbstbewusstsein ableiten, vor allem wir im kommunalen Bereich. Und das muss man dann auch mutig kommunizieren! Was ich sagen will: Ich wünsche mir in Zukunft nichts mehr als einen präsenten und selbstbewussten Kreisverband, nach innen wie nach außen.“

 

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