Der Willy-Brandt-Freundeskreis Rhein-Neckar

Warum ein Willy-Brandt-Freundeskreis Rhein-Neckar?

Aus historischen Gründen verdienen schon die anspruchsvollen Handlungsmaximen Willy Brandts in einer oft verwilderten politischen Landschaft, in der politische Denunziation und gehaltloser Aktivismus und Opportunismus blühen, der Pflege. Darüber hinaus ist es das geistige und politische Erbe Willy Brandts wert, auch außerhalb der SPD in Erinnerung gehalten zu werden: mehr Demokratie wagen, um die Freiheit kämpfen, Globalisierung steuern (global governance), Wandel durch Annäherung in der internationalen Politik, Sinn für das Leid der Verlierer und der Opfer (compassion), stets um Versöhnung - über Parteigrenzen, nationale Schranken, historische Gräben hinweg - werben.

Der Willy-Brandt-Kreis versteht sich nicht als Parteigliederung oder taktisch gleichgeschaltete Vorfeldorganisation, sondern als lockeres zivilgesellschaftliches Netz, das Menschen verschiedenster politischer Herkunft und mit unterschiedlicher Bereitschaft zum Engagement und zur Dauerbindung im Geiste Willy Brandts ansprechen will. Gleichwohl bittet er um Akzeptanz und Unterstützung der SPD; auch in der Hoffnung, dass sich solche neuartige „Vorfeldarbeit“ langfristig zum Vorteil der Partei auswirken wird, obwohl wir auf jeglichen Druck oder Einflussnahme bewusst verzichten. Wir wollen langfristig relevante Fragen aufgreifen und diskutieren, die aus verständlichen Gründen in der Tagespolitik nur am Rande erscheinen oder gar nicht vorkommen. Ein wichtiges Ziel ist es von Anfang an, die Gesprächsfähigkeit in der Gesellschaft zu stärken. Wir wollen auch der Partei unbequeme Fragen stellen und bewusst machen, z.B. die Frage des islamischen Unterrichts, der sich vielleicht in Zukunft zum sozialen Problem auswachsenden Qualifikationsgrenze einer beträchtlichen Zahl von Menschen. Dies alles kann auf ein langfristig zweites Ziel hin verstanden werden: neue gesellschaftliche Bündnisse anvisieren.

Seit über zehn Jahren existiert der Freundeskreis Willy Brandt in der Region Rhein-Neckar. 1998 hat ihn Prof. Dr. Herbert Schweizer geleitet. Mit seinem Wegzug ist seine verdienstvolle Arbeit nicht fortgeführt worden.

Nach den Bundestagswahlen 2009 hat der Willy-Brandt-Freundeskreis in der Region Rhein-Neckar seine Arbeit neu aufgenommen. Gemeinsam mit der SPD Heiligkreuzsteinach haben wir die bekannteste russische Menschenrechtsgruppe Memorial zu einer Diskussion eingeladen.

Einem Leitmotiv werden wir auch 2010 folgen: lebendige Debatten ermöglichen, die mithelfen, die Sozialdemokratie inhaltlich zu festigen, uns selbst kontroverse Fragen zu stellen, die uns zu neuen Antworten zwingen.

Wir freuen uns darüber, dass der Willy-Brandt-Freundeskreis wiederbelebt ist.

Für den Willy-Brandt-Freundeskreis, Region Rhein-Neckar:

Sabine Reitmeyer, Thomas Uhl, Gert Weisskirchen, Peter Wirkner

Kontaktadresse: Gert Weisskirchen, Akazienweg 5, 69168 Wiesloch

 
 

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